NABV Kreis - Nordrhein


 
 
      
Box-Oberliga: Euregio bleibt weiter ungeschlagen
 

v.l. Delan James (Windmill) und Mustapha Amadu

Die Boxer der Euregio Staffel besiegten das Windmill Team mit 14 : 10 Punkten. Dadurch bleibt die Mannschaft von Martin Lücker in der internationalen Oberliga weiter ungeschlagen.

Daniel Varkentin legte den Grundstein für den Sieg. Es war keine leichte Aufgabe für Lückers Leichtgewichtler. Marc van Nokhoven (Fujijama Gym) suchte den Angriff und kam zu Treffern. Daniel hielt dagegen und hatte in der Endabrechnung mehr Punkte auf den Score-Cards der Jury.

Simon Pormes glich für das Windmill Team aus. In einem sehr engen Gefecht bezwang er Donny Dautzenberg (Olympia 75) nach Punkten.

Es war Anas El Abid der die Euregio-Fighter durch einen Abbruchsieg über Lyon Beerman wieder in Führung brachte. Anas kontrollierte zu jeder Zeit seinen Kontrahenten. Mehrfach klingelte er Lyon an. Folgerichtig brach der Kampfrichter in der Zweiten ab.

Bester Kampf – Mustapha Amadu (blau) und Delano James

Der Kampf zwischen Delano James und Aachens Mustapha Amadu war ganz nach dem Geschmack der Fans. In der ersten Runde zog Mustapha ein grandioses Powerplay auf und übernahm die Führung. Danach war Delano am Zug und punktete sich nach vorn. Die Fans sahen, dass Mustapha die Kräfte schwanden und feuerten ihn lautstark an. Es half nichts, Delano, der einer der besten Weltergewichtler der Niederlande ist, blieb am Drücker und baute seinen Vorsprung weiter aus.

Thierry Cremer bearbeitet Brice Briha

MLK-Boxer Thierry Cremer wird von Kampf zu Kampf stärker. Seine ansteigende Leistungskurve hielt auch gegen den „Windmiller“ Brice Briha. Thierry gehört nicht zu den Filigran-Technikern, aber das macht er mit seinem unbändigen Siegeswillen und mörderischen Haken wett. Klug boxte er sich in die Nahdistanz und schoss seine Schläge ab. Das kostete Brice viel Luft und letztendlich auch den Sieg.

Martin Houben setzt die Führhand gegen Rick den Noojer

Martin Houben boxte für Euregio gegen Rick den Noojer den 14 : 10 Endstand heraus. Es war ein klassischer „Houben-Sieg“: Perfekte Raumaufteilung, klug getimte Angriffe und stabile Deckung.

Gegen Rick passte alles. Nach dem Kampf sagte er selbstkritisch, dass ihm die Konzentration fehlte. Aber wahrscheinlich ist es nur ihm aufgefallen.
In der Tabelle führt Euregio weiter vor dem Windmill Team. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt der Euregio-Staffel nicht, denn schon am 29. April werden sie gegen Niederrhein in den Ring klettern.

Alle Bilder hier: Album

Alle Ergebnisse

 

 

Oberliga: Rhein Neckar und Niederrhein trennen sich unentschieden

 

Die Teams

Von Frank Nierhaus

Am Samstag, dem 08.04.2017, traf in der Innogy Sporthalle in Mülheim an der Ruhr das Box Team Niederrhein auf das Box Team Rhein-Neckar.

Es war der erste Heimstart der jungen Wilden vom Niederrhein in der laufenden Saison und als Ausrichter zeigte der BC Mülheim-Dümpten e.V. einmal mehr, dass er ein hervorragender Gastgeber für solche Events ist.
9 Paarungen standen auf der „Figthcard“ und die hatten es wirklich in sich. Die Zuschauer sahen starke ausgeglichene Kämpfe, die wirklich alles Facetten dieses Sports bedienten.
Dies sah man letztendlich nicht nur an der Mannschaftswertung, welche 12:12 endete, sondern auch an vielen knappen Urteile welche nach Punktestimmen 2:1 endeten, auch wurde kein Kampf vorzeitig entschieden.

Sowohl das Box Team Rhein-Neckar als auch das Box Team Niederrhein schickte ihre „erste Garde“ und so tummelten sich etliche baden-württembergische als auch niederrheinische Meister in der Innogy-Sporthalle im Ring.

Die wohl drei besten Kämpfe an diesem Tag in der Mannschaftswertung waren mit Chris Marco Eloundou, Mert Caliskan und Morad Möllenbeck gegeben.

Im Halbweltergewicht der Jugend (bis 64 kg) traf der amtierende NRW-Meister Chris Marco Eloundou vom Box Club Kempen auf den kampferfahreneren Obaidullah Heideri vom Boxing Villingen-Schwennigen.
Chris Marco lieferte an diesem Tag eine sehr konzentrierte Leistung ab, startete aus einer stabilen Deckung heraus und konterte immer wieder die langen Geraden seines Kontrahenten.
Er schob sich mit gutem Auge in die Halbdistanz und egalisierte somit die Reichweitenvorteile seines Kontrahenten und konnte dort punkten.
Beide Athleten zeigte ein gutes Boxen auf Augenhöhe und der amtierende Kampfrichter musste kaum eingreifen. Letztendlich hatte Chris Marco jedoch immer eine Hand mehr im Ziel als sein Kontrahent und fuhr den Sieg für die Niederrheiner ein.

Sieger nach Punkten: Chris Marco Eloundou!

Ein Top-Kampf war, allein schon „auf dem Papier“, im Halbweltergewicht der Junioren (bis 60 kg) angesagt.
Rhein-Neckar schickte mit Mehmet Sor vom KSC Backnang den Vize-Europameister und mehrfachen Deutschen Meister ins Rennen und dieser traf auf Mert Caliskan vom BuS Dinslaken, der, neben mehrfachen NRW-Titeln, bei den letztjährigen Deutschen Meisterschaften mit Bronze dekoriert nach Hause kam.
Es entwickelt sich ein hochexplosiver Schlagabtausch über drei Runden, technisch starke Aktionen beider Athleten mit hohem Tempo waren zu sehen.
Während der Dinslakener über viele Meidbewegungen und guten Kombinationen Gefallen konnte, befand der Backnanger im stetigen Vorwärtsgang und versuchte in der Halbdistanz zu punkten.

Nach starken drei Runden stand fest: Sieger nach Punkten: Mert Caliskan!

Wenn die Zuschauer bisher nicht von „den Stühlen gerissen“ wurden, war es letztendlich der Kampf im Leichtgewicht der Elite (bis 60 kg).
Hier schickte der Niederrhein den Lokalmatadoren vom ausrichtenden BC Mülheim-Dümpten e.V., Morad Möllenbeck in den Ring.
Hier gingen die Dümptener ein „Experiment“ ein, denn die Nr. 1 im Niederrhein im Halbweltergewicht wurde in die Gewichtsklasse tiefer geschoben und musste einiges „abkochen“ um das Limit zu bringen.
Sein Kontrahent seitens des Box Team Rhein-Neckar war Adem Kartal vom VFL Sindelfingen.
Der Sindelfinger ist im olympischen Amateurboxen kein Unbekannter und startet im Oktober, aufgrund seiner sportlichen Leistungen, im österreichischen Lienz beim Internationalen Dolomiten-Box-Turnier im Leichtgewicht für die Nationalstaffel und trug somit den Bundesadler.
Eine Herausforderung, die der Dümptener gewachsen war. Morad zeigte von Beginn der ersten Runde an, dass er nicht gewillt war in seinem „Wohnzimmer“ den Ring als Verlierer zu verlassen.
Gewohnt auf schnellen Beinen unterwegs, hielt er den Druck drei Runden gegenüber seinen Kontrahent hoch, immer wieder brachte er schnelle Gerade der Führungs- und Schlaghand ins Ziel.
Aber auch der Sindelfinger zeigte starken Siegeswillen, versuchte immer wieder zu Kontern und suchte den Vorwärtsgang.
Es entwickelte sich ein richtig starker Kampf mit sehr hohem Tempo, in dem beiden Athleten an ihr Limit gingen, aber letztendlich war der Dümptener an diesem Tag einfach zu stark.

Morad machte sich nachträglich für seinen 25. Geburtstag (am Vortag) ein Geschenk: Sieger nach Punkten: Morad Möllenbeck!

Beide Athleten wurden für ihre Leistung mit tosendem Beifall aus dem Ring entlassen, wobei Morad diesen erst nach einem Ständchen aller Anwesenden, verlassen durfte.

Aber auch alle anderen Niederrheiner, unabhängig der Ergebnisse, enttäuschend nicht und zeigten gute Leistungen:

Hakki Yildiz (Ringfrei Oberhausen), Punktniederlage gegen Drilon Rama
Tarik Acabuga (BuS Dinslaken) Punktniederlage gegen Jan Baier
Furgan Yigit (BC Mülheim-Dümpten) Punktniederlage gegen Mohammad Heideri
Doscha Israelov (Westende Hamborn) Punktniederlage gegen Fidaim Brahimi
Khavazhi Israelov (Westende Hamborn) Punktsieg gegen Ertac Yüce
Serhat Parlak (Ringfrei Oberhausen) Punktniederlage gegen Roberto Renna

Tolle Bilder rund um die Veranstaltung gibt es hier:

Bilder Oberliga am 08.04.2017

Jetzt darf Boxen an Schulen unterrichtet werden

 

Thomas Michel

In Nordrhein-Westfalen war Boxen als Schulsport verpönt. Jetzt ist es möglich. Welche Chancen ergeben sich für die Boxvereine und was gilt es zu beachten? Thomas Michel ist leitender Regierungsschuldirektor und in der Bezirksregierung Münster als Dezernent für den Schulsport verantwortlich. Im Interview mit dem Boxverband NRW erläutert er die Rahmenbedingungen.

Herr Michel, jahrelang war Boxen als Schulsport verboten. Jetzt ist es erlaubt. Woher kommt der Sinneswandel?
Michel: Ich glaube, dass die persönlichkeitsentwickelnden Elemente des Boxens erkannt worden sind und es sinnvoll ist, diese in den Schulsport einfließen zu lassen. Gerade die motorischen, sozialen und pädagogischen Elemente des Boxens sind es wert, im schulischen Kontext eingebunden zu werden. Allerdings darf das Boxen nur in entschärfter Form unterrichtet werden.

Was heißt das?
Michel: Alle Übungen, die das Schlagen gegen einen Übungspartner beinhalten, sind vom Unterricht ausgeschlossen.

Also darf im Schulsport kein Sparring durchgeführt werden?
Michel: Sparring und Übungen, bei denen Schläge gegen Personen angewandt werden, sind verboten. Das Schlagen gegen Medizinbälle und z.B. Matten ist natürlich erlaubt.

Wie sieht es mit Trainingsgeräten wie z.B. Sandsäcken, Springseilen und Boxhandschuhen aus?
Michel: Ob boxspezifische Geräte angeschafft werden, liegt in der Verantwortung der Schulen. Als Boxtrainer sollte man davon ausgehen, dass man in den Schulen keine Geräte vorfinden wird.

Was heißt das eigentlich, Boxen als Schulsport?
Michel: Das bedeutet, dass Boxen sowohl im Sportunterricht als auch im Rahmen einer Sport AG im Schulalltag durchgeführt werden kann.
Wichtig ist, dass es als kontaktloser Sport angeboten wird. Natürlich kann sich daran für interessierte Jungen und Mädchen eine Weiterführung im Verein anschließen Im Verein können dann auch die Trainingselemente durchgeführt werden, die im Schulsport nicht erlaubt sind.

Kann der Sportunterricht auch in den Vereinen durchgeführt werden?
Michel: Vereinsvertreter können sequentiell im regulären Sportunterricht Elemente des Boxsports wie bereits angesprochen einbringen und die Lehrkraft unterstützen.

Angenommen ein Boxverein beschließt, eine BOX-AG an einer Schule anzubieten. Gibt es für den Verein und/oder deren Trainer die Möglichkeit einer finanziellen Entschädigung?

Michel: Da möchte ich ihnen keine Hoffnungen machen. Gegebenenfalls besteht die Möglichkein im offenen Ganztag eine Entschädigung zu zahlen. Das liegt aber in der Verantwortung der Schulen. Beim Schulsport und den AG‘en besteht diese Möglichkeit eher nicht.

Bevor sich die Vereine ins Zeug legen – Sehen sie denn überhaupt den Bedarf?
Michel: Oh ja, ich glaube die Inhalte des Boxtrainings sind in vielfältiger Weise geeignet, im Erziehungsprozess und in der motorischen wie athletischen Grundausbildung effektive Akzente zu setzen”.

Wie sollten denn die Vereine mit den Schulen Kontakt aufnehmen?
Michel: Ich empfehle zuerst ein allgemeingültiges Konzept zur Persönlichkeitsentwicklung durch Bewegung, Spiel und Sport mittels kontaktlosem Boxen zu entwickeln. Idealerweise wird dies von Fachleuten in ihrem Verband erarbeitet und den Vereinen zur Verfügung gestellt. Damit können die Clubs auf die Schulen zugehen und sich und ihr Angebot anhand des Konzepts vorstellen. Ich bin sicher, dass viele Schulen die Offerte dankbar aufgreifen werden.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Michel

 

 

 

 

 

 

 

 

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